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   1.
 
„Saaandra!!!!“ Madlins Stimme hallte durch das Haus. Wo steckte ihre Freundin bloß?
Seit einer geschlagenen Stunde wartete sie jetzt schon in ihrem gemeinsamen Haus darauf das Sandra aufkreuzte und ihr bei der Küchenarbeit half. Seit fast einem Monat wohnte sie nun schon mit Sandra,Keirah, Carolin und Sofie hier und dauernd blieb die Arbeit an ihr hängen.
Dabei hatte sie dafür gesorgt, das sie überhaupt zusammenwohnen konnten!
Madlins Eltern waren steinreich und hatten ihnen deshalb das Haus versprochen. Die Miete, der Strom, das Wasser. Alles wurde von ihnen bezahlt. Und da das Haus direkt gegenüber vom Haus ihrer Eltern stand, hatten auch die anderen Eltern zugestimmt und sie dort wohnen lassen. Madlin war zwar reich, aber alles andere als überheblich. Sie half ihren Freunden gerne und übernahm auch mal den Küchendienst der anderen aber seit einigen Wochen blieb alles an ihr hängen. Madlin war schlank, hatte rot-blondes Haar und ca. 1,68cm groß. Insgesamt fand sie, sah sie aus wie jedes andere fünfzehnjärige Mädchen auch. Mal ausgenommen von ihren Haaren.
Sie hatte mal überlegt sie zu färben aber davon hatte Carolin ihr abgeraten. „Das wird eh nichts,“ hatte sie gesagt. „Außerdem, wieso willst du dir deine Haare versauen? Ich wünschte ich hätte so dickes Haar wie du und die Farbe steht dir total!“ Carolin hatte schon immer was gegen ihr eigenes Haar gehabt. Es nervte sie das Madlin sich dauernd über ihre Haarfarbe ärgerte. Sie hätte alles darum gegeben Madlins Haare zu haben. Ihr eigenes war normal-blond und viel zu dünn. Aber inzwischen hatte sie sich damit abgefunden.
„Was is denn?“ kam es verschlafen aus dem Flur.
Sandra hatte verschlafen. Wieder einmal. Heute war Samstag, weshalb sie wenigstens nicht zu spät zur Schule kam, was, genau wie die Sache mit dem Küchendienst, momentan ziemlich häufig vorkam.
„Wenn du so freundlich wärst und mir beim Putzen helfen könntest?“ sagte Madlin übertrieben freundlich.
„Warum immer ich?“ jammerte Sandra „Was ist mit den anderen? Warum müssen die nicht helfen?“ „Falls du es vergessen haben solltest. Sofie ist bei den Schneiders babysitten, Keirah ist bei ihrer Gesangsstunde und Caro hat bei ihrer Oma geschlafen wegen dem Reitturnir morgen. Wenn ich mich nicht irre sind du, ich, Risotto und Fledi die einzigen hier im Haus. Risotto und Fledi waren die WG-Hunde.
Fledi, eigentlich Fledermaus, war eine grau-weiße Hündin, die Sofie während einem Urlaub mit ihren Eltern in Portugal gefunden hatte. Damals war sie in einem schrecklichen Zustand gewesen und so hatten ihre Eltern, die selber noch zwei andere Hunde und eine Katze zuhause hatten, Sofie erlaubt sie zu behalten.
Risotto hingegen war ein kleiner dicker Hund, der den ganzen Tag faul im Weg lag. Er war Madlin eines Tages zugelaufen und nachdem sich niemand gemeldet hatte durfte sie ihn behalten.
„Na gut,“ murmelte Sandra ergeben „Aber ich darf mich doch wohl erst mal umziehen, oder?“ Und mit diesen Worten verschwand sie wieder im Flur. Sekunden später hörten Madlin das Wasser in der Dusche rauschen. Sie wusste genau, das sie mit Sandra heute nicht mehr rechnen konnte, und so räumte sie weiter das Geschirr in die Spülmaschiene.
Nach einer geschlagenen Stunde waren die Küche und das Wohnzimmer blitzblank und Madlin auf dem Weg zu ihrer Freundin Kathy. Sie hatte sich nicht die Mühe gemacht noch mal nach Sandra zu sehen. Wahrscheinlich war sie wieder ins Bett gegangen, aber das war ihr jetzt auch egal.
 
                                                                        2.
 
Sofie war auf dem Weg zurück zur WG als ihr Leon begegnete. Leon und sie waren schon
seit fast zwei Monaten zusammen. Sie sahen aus als wären sie Geschwister, denn beide hatten das selbe dunkelbraune Haar. Aber im Gegensatz zu Leon reichte ihr Haar bis zu ihren Hüften.
Ihre Mutter versuchte sie schon lange zu überreden, sich die Haare zu schneiden, aber sie fand ihr Haar genau richtig.
„Hi Sofie!“ rief Leon und rannte auf sie zu. „Ich war grade auf dem Weg zu dir. Wo kommst du denn her?“
„Ach,“ erwiederte sie „Ich hab auf die Zwillinge von Frau Schneider aufgepasst.“
„Und?“ fragte er und schaute ihr tief in die Augen. „Was, und?“ fragte sie erstaunt. Leon wand das Gesicht ab und seufzte theatralisch „Meine Geliebte hat mich vergessen! Und so sehe ich keine Andere Möglichkeit, als aus dem Leben zu scheiden.“ Dann ließ er sich auf die Knie sinken und röchelte „Leb wohl meine Liebste. Ich hoffe wir werden uns eines Tages wiedersehen.“ Mit diesen Worten legte er sich auf den Bürgersteig und faltete die Hände. Er warf ihr noch einen Blick zu und schloss dann die Augen.
„Steh auf du Spinner.“ sagte Sofie lachend und nahm ihn an der Hand um ihm hoch zu helfen.
„Theaterprobe ist erst wieder am Montag!“ „Ach tatsächlich?“ rief er in gespieltem erstaunen und sprang auf, so das Sofie stolperte und fast nach hinten gefallen wäre, hätte Leon sie nicht rechtzeitig aufgefangen.
„Ich bin einfach umwerfend,was?“ meinte er und grinste sie an.
„Nicht halb so umwerfend wie ich!“ kicherte sie, riss sich los und rannte lachend weg.
„Fang mich doch wenn du kannst!“rief sie ihm zu. Das ließ er sich nicht zweimal sagen und stürmte hinter Sofie her. Schon nach ein paar schritten hatte er sie eingeholt und am Arm gefasst. Er drehte sie um und küsste sie dann auf den Mund.
Nach einer halben Ewigkeit, wie es Sofie schien lösten sich ihre Lippen voneinander und sie gingen Hand in Hand zurück zur WG.
Dort angekommen trafen sie auf Sandra die mit noch nassen Haaren und einem Handtuch in der Hand in derKüche stand und Cafe kochte. „Hallo ihr Turteltäubchen.“rief sie in den Flur „Habt ihr Madlin gesehen?“ Sofie und Leon setzten sich zu ihr. „Nein,“sagte Sofie. Dann sah sie sich staunend in der Küche um. „Hat dich das Putzfieber gepackt, oder haben wir ne Putzfrau eingestellt von der ich nichts wusste?“ „Ach Quatsch. Madlin hat geputzt. Ich sollte ihr ja helfen, aber als ich im Bad fertig war, war sie schon verschwunden. Ihr wisst nicht zufällig wo Caro sein könnte?“ „Caro hat am Sonntag ein Turnir, schon vergessen?“ fragte Sofie vorwurfsvoll.Sandra zuckte nur die Schultern und fragte: „Das Turnir von dem Madlin schon seit Wochen redet?“ „Genau das,“antwortete Sofie. „Da wird ein total berühmter Dressurreiter aus Spanien kommen! Das ist Caros Chance! Er wird nämlich die Gewinnerin des Turnirs für ein Jahr mit nach Spanien nehmen und dann sogar bei der Olympiade anmelden!“ „Boar! Echt? Davon hat sie mir ja gar nichts gesagt! Dann hätte ich ihr noch viel Glück gewünscht!“ rief Sandra aus.
„Du kannst ihr ja ne SMS schicken“ beruhigte Leon sie. „Sofie und ich müssen jetzt los. Wir sind bei meinen Eltern zum Essen eingeladen“ brummte er und zog eine Grimasse. „Oh, na dann viel Spaß euch beiden. Mist! Mein Toast ist verbrannt!“ Grinsend verabschiedeten sich die beiden und gingen.
 
                                                                         3.
 
„Absätze runter! Gerade sitzen! Nicht so an den Zügeln ziehen Carolin!“Puh!Diese letzte Reitstunde vor dem großen Turnier war alles andere als endspannend. Frank hetzte sie heute wieder mal ganz schön. Aber er war trotzdem zufrieden. Das sah man seinem Gesichtsausdruck an „Wenn du so weiter machst,“ hatte er gesagt „Schaffst du das morgen mit links!“ Aber ganz so sicher wie er fühlte sie sich nicht. Sie wusste, das ihre Reitkarriere vom morgigen Tag abhing. Wenn sie es versaute, konnte sie einpacken. Dann würden ihre Eltern ihr keine Reitstunden mehr bezahlen und auch die Abstellkosten würde sie von ihrem Taschengeld abziehen müssen. Ihr Vater wollte, das sie Anwältin oder Bankangestellte wurde. Aber so was machte sie einfach nicht gern. Sie wollte nicht Tag für Tag, Monat für Monar, Jahr für Jahr im gleichen Raum sitzen und dumme Akten sortieren. Und reiten machte ihr Spaß! Also hatte sie beschlossen, ihr Hobby später auch zu ihrem Beruf zu machen. Und das Turnir war ihre Chance! Einmal im Olympiastadion! Das wär ihr Traum.
Franks Stimme riss sie aus ihren Gedanken „Nicht träumen, Carolin!“rief er ihr tadelnd zu „Du musst dich ganz auf das Reiten konzentrieren! Streng dich an!“ Der hatte leicht reden! Er musste morgen ja nicht auf dem Turnir reiten. Eigentlich wusste sie ja, das auch Frank sehr aufgeregt war. Das hatte er ihr gestern selbst gesagt. Carolin seufzte noch einmal und konzentrierte sich wieder auf ihr Pferd.
 
„Das war toll!Aber sing noch mal ab der sechsten Zeile“ rief Frau Wirtz,ihre Gesangslehrerin Keirah zu. „Der Teil klang noch etwas holprig.“ Und Keirah sang. Als der letzte Ton verklungen war atmete sie auf.
Sie hatte schon seit drei Monaten Unterricht. Jede Woche Mittwoch und Samstag. Seit sie die Rolle des `Blondchens´ aus der `Entführung aus dem Serail´ hatte, die in ihrer Schule aufgeführt werden sollte.(Natürlich etwas abgeändert) Sie war nicht die Einzige gewesen, die sich für die Rolle gemeldet hatte. Auch Kathy, ein Mädchen aus der Parralelklasse und Madlins beste Freundin wollte das Blondchen spielen. Vom Aussehen hätte Kathy sogar viel besser zu der Rolle gepasst, was sie ihrem Gesangslehrer , Herrn Elvert auch gesagt hatte, aber der meinte : „Nur auf die Stimme kommt es an! Haare kann man färben oder unter einer Perrücke verstecken, aber die Stimme kann man nicht ersetzen.“
Also hatte Keirah die Rolle bekommen und Kathy spielte nun bei den Bauchtänzern mit.
„Das war schon viel besser!“ lobte Frau Wirtz sie „Wenn du so weiter machst, könntest du Sängerin werden!“ Darüber hatte sich Keirah schon längere Zeit gedanken gemacht. Sie hatte sich auch schon nach einer passenden Band umgeschaut, allerdings hatte sie noch keine gefunden die zu ihr passte. „Also für das nächste Mal übst du bitte das zweite Lied und das Duett, in Ordnung?“ sagte Frau Wirtz. „Dann kannst du jetzt gehen.“ Und damit packte sie ihre Sachen und folgte Keirah aus dem Musikraum der Schule, den sie zum Üben benutzen durften. „Bis Donnerstag dann!“ rief Keirah und lief die Straße entlang zurück zur WG.
 
„Sollten wir nicht auf Madlin warten?“ fragte Keirah Sandra unsicher. „Ach was! Madlin isst sicher bei Kathy. Sonst kann sie ja auch nachkommen.“meinte Sandra ungeduldig „Ich schick ihr ne SMS, okay?“ Keirah nickte und so verschwand Sandra in ihrem Zimmer um ihr Handy zu holen. Sie wollten heute Abend alle zusammen essen gehen, aber Sofie war bei Leons Eltern zum Essen eingeladen und so würde sie erst spät heimkommen.

Caro schlief wieder bei ihrer Oma, denn von dortaus waren es nur ein paar Schritte bis zum Hof von Frank Ulmbach. Morgen war ja Caro’s großes Turnir und sie würden um fünf Uhr morgens losfahren, um rechtzeitig um halb acht im Brüssel zu sein. „Okay,“rief Sandra aus dem Bad. „Wir können los!“ In der Küche angekommen erklärte sie ihr: „Ich hab ihr geschrieben, das wir im Chausee sind. Dann kann sie nachkommen, wenn sie Lust hat. In Ordnung?“ „Gut, dann können wir ja gehen.“ Erklärte sich Keirah einverstanden.