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Es war sieben Uhr morgens, als Paula Jones plötzlich aus dem Schlaf schreckte. Sie brauchte einen Moment, bis ihr klar wurde,dass sie sich in ihrem Zimmer befand.

Die Schlafzimmertür ging leise auf und eine schattenhafte Gestalt trat ein.

Als der Schatten einen Schritt vortrat, erkannte Paula im Mondenschein ihren Zwillingsbruder

Kevin.

Kevin war schlank und für einen Fünfzehnjährigen recht groß. Er hatte hellbraunes Strubbelhaar, das ihm wild vom Kopf abstand und helle blaue Augen. Außerdem war er äußerst schlau, weshalb sich Paula oft aufregte, da er furchtbar damit angab.

„Weshalb hast du so geschrieen?“fragte er sie.

„Was hab ich?“ erwiderte Paula erstaunt. „Du hast so laut geschrieen, das ich aufgewacht bin.“ erklärte ihr Bruder. „Was war denn los?“

„Ich,...ich weiß nicht....Ich hatte so einen seltsamen Traum....“flüsterte Paula verwirrt.

„Was für einen Traum?“ fragte Kevin und eine tiefe Sorgenfalte bildete sich auf seiner Stirn. Paula ließ ihren Blick durch das Zimmer schweifen. Auf dem Regal über ihrem Schreibtisch standen viele dicke Bücher.

Hauptsächlich Fantasyabenteuer. Ihre Hausaufgaben, CDs und Hefte. Stifte, Fotos und andere Dinge lagen verstreut auf ihrem Schreibtisch. Ihr Blick fiel auf ein Foto, das halb verdeckt unter einem Haufen Stifte lag.

Es zeigte sie und ihr Pferd Schattenfell auf einem Turnierplatz in Brüssel.

Schattenfell war ein weißer Araber mit heller Mähne und einem glatten Schweif. Paula dachte einen Moment nach. Dann flüsterte sie: „Ich habe von einer schwebenden Frau geträumt. Sie hatte langes ,blondes Haar und ein weißes Kleid an, ihre...“

„War es zufälligerweise Galadriel?“ unterbrach sie ihr Bruder grinsend. „Hä? Wie kommst du denn darauf ?“empörte sich Paula.

„Ach, nur so. Schließlich hast du den ersten und zweiten Teil vom Herrn der Ringe mindestens zehnmal gesehen ,und den dritten doppelt so oft!“

„Jetzt lass mich doch mal ausreden!“

„Ja, ja...“willigte Kevin ein. „O.k, dann kann ich ja weiter erzählen. Ähm,... Wo war ich stehen geblieben?“

„Bei Galadriel!“ kicherte Kevin.

„Oh Mann ! Kannst du nicht mal ernst bleiben? Schließlich könnte mein Traum ja was wichtiges bedeuten, oder?“ meinte Paula genervt.

„Ist ja gut,“ beschwichtigte sie Kevin,„dann erzähl mal weiter.“

„Hm ,also da war diese Frau. Sie stand auf einer Lichtung im Wand und schwebte einige Zentimeter über dem Boden! Plötzlich leuchtete der Himmel auf, wie bei einem Gewitter.

Es regnete Asche und mit einem Mal kamen viele dunkle Schatten aus dem Boden rund um die Frau ! Sie bildeten einen großen undurchdringlichen Kreis um sie.

Aber sie blieb ganz ruhig und schien sich auf den Himmel zu konzentrieren.

Die Schatten wurden immer größer und sahen bald aus wie eine Wand.

Eine dunkle Wand .Die Frau wühlte unauffällig in ihrer Tasche herum und schien etwas zu suchen. Ganz plötzlich hob sie die Hände und ich sah einen langen, perlmuttfarbenen Zauberstab . Er schien von innen zu leuchten.

Die Frau murmelte etwas und eine Reihe Schatten lösten sich in funkelnden Staub auf.

Mit einem Mal wurde alles still. Die Schatten hatten ihren Blick in den Himmel gerichtet.

Eine riesige Gestalt, die auf einem seltsamen Geschöpf mit großen Flügeln saß kam aus den Wolken mitten in den Kreis geflogen.

Es setzte seine vier klauenbesetzten Füße auf dem Boden ab und ein Beben ging durch den Boden. Ich sah, wie das Tier sein Maul aufriss und seine unendlich vielen, messerscharfen Zähne entblößte.

Es kreischte auf, das es in den Ohren schmerzte.

Die Frau wich erschrocken zurück, blieb aber stehen, als sie einen der Schatten berührte.

Sie erschauderte, als ob sie in eiskaltes Wasser gefallen wäre.

Als der Schrei des Monsters verklungen war, begann die Gestalt auf seinem Rücken mit dumpfer, flüsternder Stimme zu sprechen. `Gib mir den Smaragd der Drachen ,Emeraude !´

Die Frau ,die wahrscheinlich Emeraude ist, schluckte und rief dann mit fester Stimme `Niemals!´

Daraufhin murmelte die Gestalt etwas und mit einem Schrei brach Emeraude zusammen. An der Stelle muss ich wohl geschrieen haben denn dann bin ich aufgewacht.“ endete Paula

Einen Moment lang schwiegen die Geschwister. Dann meinte Kevin: „Emeraude heißt Smaragd auf Französisch.“

„Aber was soll das mit meinem Traum zu tun haben?“

„Na ja, ist das nicht seltsam ?Die Frau heißt Emeraude, also Smaragt und die Gestalt sucht einen Smaragd der Drachen.“ erklärte Kevin. „Meinst du das hat was miteinander zutun?“ fragte Paula skeptisch. „Schon möglich, aber......“er gähnte herzhaft ,......jetzt geh ich erst mal ins Bett. Wir haben ja schon ein Uhr morgens! Verschieben wir unser Gespräch auf später im Internat?“ „O.K. Kevin. Gute Nacht !“

Doch Paula konnte einfach nicht einschlafen. Immer musste sie an diese Frau denken. Ob sie

Wohl eine Elbin war wie in der Herr der Ringe?

Und wieso hieß die Frau genauso wie der Stein den die Schatten und die seltsame Gestalt gesucht hatten? Ihr schwirrten so viele Fragen im Kopf herum.

Und so lag Paula wach, bis die helle Sommersonne in ihr Zimmer schien.

Sie quälte sich aus dem Bett und zog sich dann im Schneckentempo ihren dunkelgrünen Lieblingsrock und das beige T-Shirt an.

Als sie in die Küche kam ,wo ihre Mutter Linda das Frühstück vorbereitete, fühlte sich Paula müde und leer. Die fröhliche Miene ihrer Mutter regte sie noch zusätzlich auf, und so nuschelte sie auf die Frage, was sie auf ihr Brot haben wolle nur ein unverständliches `Marmelade´.

Ihre Mutter schaute sie vorwurfsvoll mit ihren strahlend blauen Augen an und fragte:„Hast du gestern abend etwa noch gelesen? Demnächst muss ich dir deine Bücher wegnehmen! Wenn du doch wenigstens Bücher lesen würdest die dir in der Schule helfen!“

Sie schüttelte den Kopf wobei ihr das hüft-lange Haar ins Gesicht flog. „Hast du denn deine Hausaufgaben gemacht Paula ?“

„Ja ,ja ,“ log Paula.

Sie hatte wirklich besseres zu tun als Hausaufgaben zu machen!

Zum Beispiel mit Schattenfell ausreiten. Sie hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen, da sie immer für die Schule lernen musste.

Wenn sich keine Zeit hatte kümmerten sich Herr Koreander und seine Nichte Madlin um Schattenfell.

Madlin und Paula waren seit der ersten Klasse miteinander befreundet.

Beide gingen zusammen mit ihren FreundinnenSofia, Saskia, Monika, Michelle, Anna und Viktoria auf das Internat Hohenfels.

Paula war eigentlich eine gute Schülerin, nur in Mathe war sie total schlecht.

(Was mehr mit dem Lehrer zu tun hatte als mit ihren Mathekenntnissen.)

In diesem Fach hatten sie Dr Rütter. Der einzige Lehrer den Paula nicht ausstehen konnte und leider ihr Klassenlehrer.

Ihr Schulleiter, Herr Wiesengrund hingegen war ganz anders.

Er war zu (fast) allen Schülern nett.

Er war schon sehr alt und hatte einen Bart ,der für drei gereicht hätte.

Paula hatte sich vorgenommen , ihn zu fragen ob er ihr Nachhilfe in Mathematik geben konnte, aber davon würde sie Linda nichts erzählen.

Sie schaute noch einmal zu ihr herüber, dann wandte sie sich wieder dem Brot zu. Nachdem Paula sich hingesetzt und ihre Mutter ihr das Marmeladen Brot

hingestellt hatte ,kam Kevin die Treppe runter gerannt.

„Schönen guten Morgen!“ grüßte er die beiden. „Was soll daran schön sein “,nuschelte Paula mit vollem Mund.

„Guten Morgen Kevin!“ flötete Linda.„Was möchtest du denn auf dein Brot ,Kevin ?“

„Ähm...Käse.“ antwortete Kevin schnell bevor er sich an Paula wandte und ihr verschwörerisch zublinzelte.

„Habt ihr eure Schulsachen alle gepackt ?“fragte Linda die beiden.

„Ja ,klar!“ beteuerte Kevin und Paula ,die allmählich wach wurde, schrak zusammen.

„Mist! Daran hab ich ja gar nicht gedacht!“ rief sie und rannte so schnell sie konnte nach oben in ihr Zimmer. Dort wühlte sie aus der hintersten Ecke ihren Koffer heraus und begann alle möglichen Sachen hinein zu werfen. Dabei zählte sie alles auf was sie auf keinen Fall vergessen durfte. „Haarbürste, Socken ,T-Shirts ,Pullover...Mist! Wo ist denn mein Lieblings-Pulli ? Ach da...ähm, Seife ,Schlafanzug ,hm...was noch? Ach ja! Meine Bücher!“

So ging es immer weiter, bis sie plötzlich Kevin bemerkte der im Türrahmen stand und grinste. Er hatte ihr die ganze Zeit zugesehen.

„Was ist ?“ schnauzte Paula ihn an.

„Ach nichts. Ähm... soll ich dir vielleicht helfen?“ „Nein danke! Ich krieg das schon alleine hin!“ doch mit einem Blick auf ihren Koffer, der jetzt schon überquillte, verbesserte sie sich

„Na ja ,oder vielleicht doch.“

Immer noch grinsend schüttete er den Koffer aus. „Als erstes legst du die Wäsche zusammen.

Ich sortiere in der Zeit erst mal ein paar Bücher aus.“ Mit den Worten schnappte er sich 5 Bücher, dann sagte er zu Paula „Also ich glaube die hier brauchst du nicht. Die hast du doch eh schon gelesen. Außerdem würde ich `Der goldene Kompass´ ,`Tintenherz´ ,`Das Geheimnis von Bahnsteig 13´ und `Harry Potter 5´ hier lassen.“

Schließlich einigten sie sich darauf das Paula Charlie Bone und das Geheimnis der sprechenden Bilder ,Lionboy Die Jagd ,Lionboy die Suche und die drei Stravaganza-Bücher (Stravaganza ,Stadt der Masken ,Stadt der Blumen und Stadt der Sterne) mit nehmen würde.

„Das reicht völlig ,und sonst gibt es auf Burg Hohenfels ja auch noch eine Bibliothek.

„Hast Recht,“ sie schaute auf ihre Armbanduhr „Wir haben noch 20 Minuten, dann müssen wir im Auto sitzen.“ Kevin schnappte sich Paulas Zahnbürste, ihre Zahnpasta und verschwand mit den Worten „Ich Packe mal dein Duschzeug“ im Badezimmer.

Nachdem alles gepackt und nebenbei auch noch Paulas Zimmer in einen annehmbaren Zustand gebracht worden war, setzten sich Kevin und Paula mit einem Seufzer an den Küchentisch. „Na? Seid ihr endlich fertig?“ fragte Linda die beiden doch nach einem Blick auf die beiden erschöpften Geschwister fügte sie stirnrunzelnd hinzu :“Das muss ja harte Arbeit gewesen sein so wie ihr ausseht.“

„Du kennst doch Paula“ nuschelte Kevin woraufhin diese ihm einen vernichtenden Blick zuwarf. „Du musst zugeben das dein Zimmer jetzt viel aufgeräumter ist als zuvor!“ fügte er, zu Paula gewand, hinzu.

„So, wir müssen los!“ unterbrach Linda die Streitereien der beiden,“ ihr wollt doch nicht schon am ersten Tag zu spät kommen?“

Fünf Minuten später war alles im Auto verstaut und sie waren auf dem Weg ins Internat.

Nach einer kurzen Fahrt um die Burgmauer kamen sie endlich am Haupttor an.

Es gab nur drei Eingänge zum Schlossgelände.

Das Haupttor und zwei Tore die in den Düsterwald führten .Im Gegensatz zum Haupttor waren diese zwei Tore immer geschlossen.

 

Es wurde gemunkelt, das es in diesem Wald zwergenähnliche Geschöpfe gäbe, die nur so groß wie eine Hand waren. Außerdem behaupteten manche Schüler das sie Feen gesehen hätten ,die Nachts als kleine, bunt leuchtende Punkte durch die Düsternis schwirrten.

Die älteren Schüler erzählten herum das dort Trolle und Geister ihr Unwesen trieben, doch das hatten sie wahrscheinlich nur erfunden um die Jüngeren vom Wald fernzuhalten.

Inzwischen waren sie am Portal angekommen und schleppten ihre schweren Koffer die steinerne Treppe hoch.

Paula verabschiedeten sich von Linda und sah ihr nach als sie mit dem Auto den Kiesweg entlang fuhr.

„Soll ich dir mit deinem Koffer helfen?“ fragte eine Stimme hinter ihr.

Paula drehte sich erschrocken um und sah Till hinter ihr stehen.

„Ähm...also...,wenn er dir....“ „ Nein sollst du nicht“ ertönte da Lukas Stimme hinter ihr.

„Das kann sie auch alleine, vielen Dank!!!“

Mit diesen Worten nahm er Paula am Arm und zog sie die Treppe hoch.

„Was sollte das denn ? Ich kann mir ja wohl selber aussuchen wer meinen Koffer trägt ,oder?“ rief Paula und riss sich los wobei sie ins Wanken geriet.

Mit einem Schrei fiel sie nach hinten und wäre fast gestürtzt ,da wurde sie von hinten aufgefangen.

Sie schaute über die Schulter und erkannte Till. Er lächelte ihr zu und sagte dann: „Vielleicht sollte ich dir doch besser helfen.grinsend schnappte er sich ihren Koffer. In gespielter Anstrengung fügte er hinzu: „Was hast du denn da drinnen? Backsteine?“ Dann trug er ihn die Stufen hinauf. Paula folgte ihm und bemerkte nicht wie Lukas ihr wütend nachschaute.

„Vielen Dank Till,“flüsterte Paula. „Ach nichts zu danken. Aber sag mal, was ist denn mit deinem Bruder los? Er tut ja so als wäre er mit dir zusammen“ Paulas Gesicht verzog sich zu einer Grimasse „Ach, der ist bloß eifersüchtig das er nicht mehr der Einzige ist der mir den Koffer tragen darf“ Grinsend nahm sie ihren Koffer und sagte: „Also nochmals Danke. Wir sehen uns ja noch!“ Und damit verschwandt sie im Schloss. Als sie gerade die Treppe zu den Mädchenschlafsälen erreicht hatte kam Lukas von hinten angelaufen. „Was sollte das denn?“fauchte er Paula an. „Was denn?“ fragte Paula erstaunt. „Na das eben. Wieso hast du dir von dem Kerl helfen lassen?“rief er wütend.

Paula drehte sich zu ihm um und rief: „Na hör mal! Ich weiß ja das du Till nicht leiden kannst aber das ist noch lange kein Grund sich hier so aufzuspielen! Du bist zwar mein Bruder, aber nicht mein Bodyguard! Und jetzt endschuldige mich.Ich muss meinen Koffer auspacken!“ und mit diesen Worten wand sie sich um und ging die Treppe rauf. Lukas war so verblüfft, das er nichts erwiederte. Mit einem Grummeln verschwand er ebenfalls.

Paulas Zimmer lag im Mädchenturm. Auf Schloss Hohenfels gab es vier Türme. Den Jungenturm, den Mädchenturm, den Lehrerturm und der Turm, in dem die Klassenräume lagen. Paula und ihre Freundinnen waren in einem Zimmer untergebracht. Das heißt in einer Etage, denn zu einem Zimmer gehörten Zwei Bäder, ein Schlafzimmer, ein Aufenthaltsraum mit Fernseher, eine Abstellkammer und ein Raum in dem sie lernen konnten.

Auf dem Koridor begegnete Paula Madlin und Michelle, die sich abmühten ihre Zimmertür aufzuschließen. „So ein Mist!“schimpfte Mischelle und rüttelte an der Tür. „Was ist denn los?“fragte Paula die beiden. „Unsere Tür geht nicht auf!“erklärte Madlin „Ich geh jetzt mal zum Sekreteriat.“erklärte sie den beiden und ging los. Inzwischen standen auch Sofia, Anna und Monika vor der Tür.